Im Frühsommer 1963 bemerkte meine Mutter, dass sie mit mir schwanger war.
Meine Mutter war darüber sehr erschrocken.
Sie hatte eine Beziehung mit dem Mann ihrer Cousine.
Ich war das Kind aus dieser Beziehung.
Meine Mutter wollte damals nicht, dass ich geboren werde.
Sie versuchte deshalb, die Schwangerschaft zu beenden.
Die Versuche hatten keinen Erfolg.
Viele Jahre später erzählte mir meine Mutter davon.
Sie sagte:
Sie selbst hatte es nicht geschafft.
Die Ärzte wollten es nicht machen.
Für eine Behandlung in Holland war es zu spät.
So kam ich im Jahr 1964 in Hamburg-Harburg zur Welt.
Ich wurde mit einem Kaiser-Schnitt geboren.
Ein Kaiser-Schnitt ist eine Operation.
Dabei wird das Baby durch einen Schnitt im Bauch der Mutter geboren.
Einige Tage nach meiner Geburt entzündeten sich die Operations-Wunden meiner Mutter.
Meine Mutter wurde dadurch sehr krank.
Deshalb konnte ich erst sechs Wochen nach meiner Geburt zu meiner Mutter gebracht werden.
Der Ehemann meiner Mutter wusste von der Beziehung.
Er akzeptierte mich trotzdem.
Er wurde mein Zieh-Vater.
Mein leiblicher Vater war der Mann meiner Cousine.
Ich kannte meinen leiblichen Vater gut.
Als Kind nannte ich ihn Onkel Paul.
Onkel Paul lebte mit Tante Trude in Lübeck.
Die beiden hatten dort ein Hotel und eine Gast-Wirtschaft.
Meine Mutter arbeitete dort jedes zweite Wochenende.
Ich freute mich sehr, wenn meine Mutter mich nach Lübeck mitnahm.
Das war in den Ferien.
Manchmal nahm sie mich auch am Wochenende mit.
Das Grundstück von Onkel Paul und Tante Trude war sehr groß.
Dort gab es Ställe.
Dort gab es auch Schuppen und Garagen.
Für mich war das ein toller Ort zum Spielen.
Ich konnte dort viele Abenteuer erleben.
Onkel Paul hatte ein Pferd.
Das Pferd stand in einem großen Reit-Stall.
Ich schaute Onkel Paul gerne beim Reiten zu.
Manchmal durfte ich auch selbst ein paar Runden reiten.
Das machte mir viel Freude.
Ich fuhr auch gerne mit Onkel Paul in seinem schönen Mercedes.
Wir fuhren zum Einkaufen.
Wir gingen in eine große Metro.
Für mich war die Metro damals riesig.
Onkel Paul nahm mich oft mit, wenn er etwas erledigen musste.
Im Herbst begann die Karpfen-Zeit.
Dann gab es viele Karpfen.
Ich saß oft auf dem Rand von einer Wanne.
Dort streichelte ich die Karpfen.
Die Karpfen sollten später gekocht werden.
Das tat mir leid.
Trotzdem schaute ich interessiert zu, wenn Onkel Paul die Karpfen schlachtete und ausnahm.
Meine Mutter sagte oft etwas über Onkel Paul.
Sie sagte:
Sie mochte ihn nicht besonders.
Sie sagte auch:
Onkel Paul hatte viele Beziehungen mit Frauen.
Viele Jahre später erzählte meine Mutter mir etwas Wichtiges.
Sie erzählte mir:
Onkel Paul war mein leiblicher Vater.
Zu diesem Zeitpunkt war Onkel Paul schon gestorben.
Er war an einem Herz-Infarkt gestorben.
Ich war damals 37 Jahre alt.
Mein Zieh-Vater war selbstständiger Handels-Vertreter.
Er arbeitete deshalb viel.
Meistens war er nur am Wochenende zu Hause.
Er kümmerte sich nicht immer gut um seine Buch-Führung.
Deshalb gab es oft Probleme mit dem Finanz-Amt.
Mein Zieh-Vater musste häufig Steuern nachzahlen.
Meine Mutter war darüber sehr wütend.
Später erzählte mir meine Mutter etwas.
Sie wäre am liebsten weggegangen.
Aber sie konnte uns nicht alleine lassen.
Deshalb blieb sie bei uns.
Meine Mutter hatte oft schlechte Laune.
Sie wurde schnell wütend.
Manchmal war ihr Verhalten schwer vorherzusagen.
Sie schlug mich mit einem Koch-Löffel.
Sie gab mir auch heftige Ohr-Feigen.
Manchmal sperrte sie mich in meinem Zimmer ein.
Ich hatte deshalb oft Angst.
Ich hatte das Gefühl:
Ich muss immer wissen, was meine Mutter denkt.
Nur dann kann ich alles richtig machen.
Ich fühlte mich oft traurig und bedrückt.
Aber es gab auch schöne Momente mit meiner Mutter.
Wir sangen zusammen.
Wir spielten Karten.
Meine Mutter brachte mich abends ins Bett.
Über meinem Bett hing ein Bild.
Auf dem Bild war ein Schutz-Engel.
Der Engel stand an einem Ufer.
Vor dem Engel saß ein kleiner Junge am Wasser.
Der Engel hielt seine Hände über den Jungen.
Meine Mutter sagte zu mir:
Du musst keine Angst haben.
Du hast auch einen Engel.
Der Engel ist immer bei dir.
Der Engel beschützt dich.
Das beruhigte mich.
Ich freute mich auf die Wochenenden.
Dann fuhr meine Mutter nach Lübeck.
Ich blieb alleine mit meinem Zieh-Vater.
Dann hatte ich keine Angst vor Schlägen.
Mein Zieh-Vater versuchte, mir viele Wünsche zu erfüllen.
Ich durfte so viel fernsehen, wie ich wollte.
Er gab mir Geld für Süßigkeiten.
Ich durfte mir auch Pommes kaufen.
Wir machten gemeinsam Ausflüge.
Meine Freundinnen durften manchmal mitkommen.
Meine Mutter durfte davon nichts wissen.
Sie hätte sich darüber geärgert.
Sie hätte nicht gewollt, dass wir dafür Geld ausgeben.
Trotzdem gab es ein großes Geheimnis zwischen meinem Zieh-Vater und mir.
An den Wochenenden schlief ich manchmal im Doppel-Bett meiner Eltern.
Meine Mutter war dann in Lübeck.
Mein Zieh-Vater und ich waren alleine.
Aus dem normalen Kuscheln wurden sexuelle Übergriffe.
Das war nicht richtig.
Damals konnte ich das aber nicht verstehen.
Ich dachte:
Vielleicht ist das normal.
Vielleicht machen Väter so etwas mit ihren Töchtern.
Gleichzeitig fühlte es sich für mich falsch an.
Ich war verwirrt.
Mein Zieh-Vater sagte mir:
Ich darf niemandem davon erzählen.
Er sagte:
Wenn ich davon erzähle, passiert etwas Schlimmes.
Er sagte auch:
Böse Männer würden kommen und mich aus meiner Familie holen.
Dann wäre alles kaputt.
Diese Angst war für mich sehr schlimm.
Ich fühlte mich völlig alleine.
Mein Zieh-Vater schlief neben mir ein.
Ich lag daneben und konnte nicht schlafen.
Ich war wach.
Ich war verwirrt.
Ich hatte Angst.
Ich dachte an die bösen Männer.
Ich hatte große Angst davor, dass sie mich einfach aus meiner Familie holen könnten.
Nach der Grund-Schule kam ich auf eine Real-Schule.
Die Schule fiel mir schwer.
Mit meinem Klassen-Lehrer kam ich nicht gut zurecht.
Ich wehrte mich gegen meinen Lehrer.
Ich setzte mich für andere Schüler ein.
Meine Mitschüler fanden das gut.
Ich bekam dafür Anerkennung.
Ich bekam auch Anerkennung, wenn ich Dinge stahl.
Ich stahl zum Beispiel:
Meine Schul-Noten wurden immer schlechter.
Dann lud mich eine Schul-Freundin in eine christliche Gemeinde ein.
Ich fühlte mich dort sofort wohl.
Ich musste dort nicht um Anerkennung kämpfen.
Die Menschen gingen gut miteinander um.
Das gefiel mir sehr.
Ich fand den Gedanken an Gott schön.
Ich konnte zu Gott beten.
Ich fand auch den Gedanken an Jesus schön.
Ich glaubte, dass Jesus mich liebhat.
Dieser Gedanke gab mir Ruhe.
Ich war nach den Gruppen-Stunden oft sehr zufrieden.
Ich fuhr dann mit meinem Fahrrad nach Hause.
Ich fühlte mich dann wieder stark.
Ich hörte auf zu stehlen.
Ich wurde ruhiger.
Die Probleme in der Schule blieben aber.
Ich musste die Klasse wiederholen.
Der neue Lehrer war streng.
Der neue Lehrer war aber auch gerecht.
Das tat mir gut.
Der Lehrer hatte klare Regeln.
Ich konnte mit dem Lehrer reden.
Ich konnte auch mit ihm diskutieren.
Meine Noten wurden besser.
Das Lernen machte mir immer mehr Spaß.
Ich fühlte mich von dem Lehrer wertgeschätzt.
Ich fühlte mich von dem Lehrer wahrgenommen.
Dann ging ein großer Wunsch von mir in Erfüllung.
Mein großer Bruder arbeitete schon.
Mein Bruder lieh mir Geld für ein Pferd.
Meine Eltern waren mit dem Pferd einverstanden.
Meine Eltern hatten aber wenig Geld.
Ich trug Zeitungen aus.
Mit dem Geld bezahlte ich die Kosten für mein Pferd.
Meine Mutter blieb für mich schwer berechenbar.
Ich litt sehr unter ihrem Verhalten.
Meine Mutter schlug mich noch mit 18 Jahren.
Ich hatte Angst, mich gegen meine Mutter zu wehren.
Manchmal stand meine Mutter vor mir.
Meine Mutter schrie mich an.
Meine Mutter sagte, ich solle sie zurückschlagen.
Ich konnte das nicht.
Mit 19 Jahren verkauften meine Eltern ihr Haus in Hamburg.
Meine Eltern zogen nach Bergisch Gladbach.
Ich fühlte mich dadurch frei.
Ich vermisste aber auch meine Familie.
Ich vermisste besonders die gemeinsamen Mahlzeiten am Wochenende.
Während meiner Schul-Zeit wohnte ich mit meinem Bruder zusammen.
Später wohnte ich mit anderen jungen Menschen in einer Wohn-Gemeinschaft.
Nach außen sah mein Leben gut aus.
Ich fühlte mich aber oft unwohl.
Ich hatte oft Angst.
Besonders an der Universität hatte ich Angst.
Ich sprach nicht gerne mit anderen Studenten.
Ich dachte oft:
Die anderen Studenten merken bestimmt, dass ich dumm bin.
Dann lehnen sie mich ab.
Deshalb sprach ich wenig.
Ich ging auch in keine Lern-Gruppe.
Mein Pferd gab mir Halt.
Die Arbeit im Stall gab mir Ruhe.
Das Reiten gab mir auch Ruhe.
Gute Freundinnen gaben mir ebenfalls Halt.
In den Semester-Ferien fuhr ich oft mit einer Freundin nach Spanien.
Dort arbeiteten wir auf einem Reiter-Hof.
Am Anfang schliefen wir im Heu.
Später schliefen wir in einem kleinen Raum beim Pferde-Stall.
Wir tranken schon morgens Kaffee mit Cognac.
Ich trank gerne Alkohol.
Nach Alkohol hatte ich weniger Angst.
Später fuhr meine Freundin nicht mehr mit.
Dann schlief ich in preiswerten Hotels.
Manchmal schlief ich auch bei Freunden.
Eines Tages suchte ich wieder eine Unterkunft.
Andres arbeitete manchmal im Reit-Stall.
Andres bot mir ein Zimmer in seiner Wohnung an.
Ich zog bei Andres ein.
Wir verstanden uns gut.
Andres war nur selten zu Hause.
Eines Nachts hörte ich die Haus-Tür.
Andres kam nach Hause.
Andres kam in mein Zimmer.
Das machte er sonst nie.
Andres hatte Alkohol getrunken.
Andres hatte einen bösen Blick.
Ich kannte Andres so nicht.
Ich merkte schnell, dass Andres mich sexuell missbrauchen wollte.
Ich bekam große Angst.
Ich schrie um Hilfe.
Das Fenster war geöffnet.
Ich hoffte, dass mich jemand hören würde.
Andres würgte mich.
Andres schlug meinen Kopf mehrmals gegen die Wand.
Andres verhielt sich sehr aggressiv.
Ich hatte früher gedacht:
Ich kann mich wehren.
Ich kann mich wegdrehen.
Ich kann treten.
Ich kann weglaufen.
In diesem Moment ging es nur noch um mein Überleben.
Dieses Erlebnis blieb mir sehr stark im Gedächtnis.
Andres erzählte anderen Menschen im Reit-Stall von dem Vorfall.
Andres erzählte den Vorfall falsch.
Andres sagte, ich wollte zuerst nichts von ihm.
Andres sagte später, ich hätte doch mitgemacht.
Das verletzte mich sehr.
Ich fühlte mich gedemütigt.
Besonders schlimm war die Erzählung von Andres.
Nach meiner Rückkehr nach Deutschland verdrängte ich das Erlebnis.
Ich machte mit meinem Studium weiter.
Ich fühlte mich oft ohne Familie.
Ich fühlte mich oft leer.
Ich hatte wenig inneren Halt.
Ich fragte mich:
Was stimmt mit mir nicht?
Eigentlich hatte ich ein gutes Leben.
Ich hatte Freunde.
Ich hatte mein Pferd.
Ich hatte eine gute Arbeit.
Ich arbeitete neben dem Studium in einem Welt-Wirtschafts-Institut in Hamburg.
Trotzdem kam die innere Leere immer wieder.
Ich stellte mir viele Fragen über das Leben.
Ich fragte mich:
Warum lebe ich?
Was ist der Sinn von meinem Leben?
Eines Tages sah ich an der Universität einen Aushang.
Dort stand:
„Esoterische Psychologie.“
Das Thema interessierte mich.
Ich wollte Menschen treffen, die ähnliche Fragen hatten.
Ich hoffte, dass die Menschen meine innere Leere verstehen.
Ich besuchte zwölf kostenlose Abende.
Dort ging es um verschiedene esoterische Themen.
Schon am ersten Abend beeindruckte mich die Gruppe.
Der Raum war voll mit jungen Menschen.
Viele Menschen suchten nach Antworten auf Fragen über das Leben.
Ich fühlte mich dort wohl.
Ich besuchte verschiedene Seminare.
Ich ging regelmäßig zu einem Meditations-Kurs.
Dort gehörten viele Dinge zum Alltag.
Dazu gehörten:
Ich glaubte damals an diese Dinge.
Wir fühlten uns besonders.
Wir glaubten, dass wir wichtige Dinge erkannt hatten.
Meine Traurigkeit wurde weniger.
Meine Angst vor dem Leben wurde auch weniger.
Ich wurde sehr glücklich und aufgeregt.
Für mich bekam alles einen Sinn.
Für mich hatte alles eine Bedeutung.
Ich sah viele Dinge plötzlich in neuen Zusammenhängen.
Ich merkte nicht, dass meine Gedanken immer stärker von diesen Vorstellungen bestimmt wurden.
Jedes Ereignis bekam für mich eine besondere Bedeutung.
Einmal dachte ich:
Der Sprecher von der Tages-Schau spricht direkt zu mir.
Ich dachte:
Er hat eine Botschaft für mich.
Dieser Gedanke machte mir Angst.
Ich dachte aber auch:
Alles ist in Ordnung.
Langsam bekam ich immer mehr psychotische Zustände.
Bei einer Psychose können Menschen die Wirklichkeit anders erleben.
Der Druck in mir wurde immer größer.
Ich konnte nicht mehr schlafen.
Meine Gedanken wurden immer schneller.
Ich dachte:
Die Welt geht unter.
Ich dachte:
Die Auserwählten werden abgeholt.
Ich suchte meine Freunde aus der Esoterik-Gruppe.
Ich wollte ihnen von meinen Gedanken erzählen.
Meine Freunde verstanden mich nicht.
Eine Freundin brachte mich zu einem Krankenhaus.
Ich wollte nicht in das Krankenhaus gehen.
Mitarbeiter von dem Krankenhaus kamen nach draußen.
Ich hatte große Angst.
Ich wusste nicht mehr, wem ich vertrauen konnte.
Ich dachte:
Vielleicht sind diese Menschen böse.
Ich dachte:
Vielleicht sind die guten Menschen mit einem Ufo unterwegs.
Ich dachte:
Vielleicht holen sie mich jetzt ab.
Ich dachte auch:
Vielleicht wollen böse Menschen mich holen.
Ich hatte Angst vor einem dunklen Nichts.
Ich glaubte, dass die Menschen im Krankenhaus nur freundlich taten.
Die Mitarbeiter sagten mir:
Sie sind seelisch krank.
Ich wollte weg.
Ich riss mich los.
Ich lief davon.
Ich fuhr mit der U-Bahn durch Hamburg.
Ich hörte Menschen sprechen.
Ich glaubte, dass die Menschen eine fremde Sprache sprachen.
Ich kannte diese Sprache vorher nicht.
Meine Gefühle wechselten zwischen großer Freude und großer Angst.
Am Bahn-Gleis hörte ich eine innere Stimme.
Die Stimme sagte:
„Jesus ist für dich gestorben.“
Die Stimme sagte:
„Jetzt musst du für ihn sterben.“
Die Stimme sagte:
„Spring vor den Zug.“
Ich bekam Gedanken an Suizid.
Ich betete.
Ich nahm auch eine liebevolle Stimme wahr.
Diese Stimme gab mir etwas Hoffnung.
Ich sah in meinen Gedanken zwei spielende Kinder.
Irgendwann kam ich auf das Gelände von einer Psychiatrie in Hamburg.
Eine freundliche Ärztin kam auf mich zu.
Sie sprach ruhig mit mir.
Ich fühlte mich bei ihr sicher.
Ich dachte:
Das sind gute Menschen.
Ich ging mit der Ärztin in das Krankenhaus.
Dort kam eine junge Kranken-Schwester auf mich zu.
Die Kranken-Schwester hatte schwarz gefärbte Haare.
Sie hatte auch Piercings.
Ihr Aussehen machte mir Angst.
Ich dachte:
Sie ist böse.
Ich dachte:
Die Menschen haben mich getäuscht.
Ich wollte wieder weg.
Die Mitarbeiter hielten mich fest.
Weitere Kranken-Pfleger kamen dazu.
Ich wehrte mich.
Ich schlug um mich.
Ich bekam große Angst.
Ich dachte an die bösen Männer aus meiner Kindheit.
Ich dachte:
Jetzt holen sie mich ab.
Die Mitarbeiter gaben mir eine Spritze.
Am nächsten Tag wachte ich in einem Bett auf.
Ich war angeschnallt.
Ich fragte mich:
Was ist passiert?
Wo bin ich?
Ich erinnerte mich an den Abend davor.
Ich erkannte:
Meine Gedanken waren völlig durcheinander.
Ich war sehr erschrocken.
Ich konnte nicht glauben, dass ich in einer Psychiatrie war.
Meine Panik war verschwunden.
Ich fühlte mich leer.
Ich fragte mich:
Was ist mit mir passiert?
Kurz vorher hatte ich noch gute Chancen auf eine feste Arbeit.
Ein Projekt-Leiter hatte mir eine gute Stelle in Aussicht gestellt.
Er hatte meine Arbeit gelobt.
Ich dachte:
Mein Leben war doch eigentlich in Ordnung.
Ich sprach mit einem Arzt.
Der Arzt wunderte sich über meine schnelle Veränderung.
Ich fühlte mich schon wieder besser.
Ich wollte sofort nach Hause.
Später durfte ich das Krankenhaus auf eigenen Wunsch verlassen.
Die Ärzte gaben meiner Erkrankung einen Namen.
Die Diagnose lautete:
Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis.
Ich setzte mein Studium fort.
Ich plante auch meine Reise nach Indien.
Ich wollte im Sommer nach Indien reisen.
Ich konnte das schlimme Erlebnis zunächst verdrängen.
In den Semester-Ferien flog ich für drei Monate nach Indien.
Zuerst reiste ich mit einer Gruppe von Studenten.
Wir besuchten Entwicklungs-Projekte in Madras und Umgebung.
Danach reiste ich noch einige Wochen alleine durch Süd-Indien.
Ich besuchte verschiedene Ashrams.
Ein Ashram ist ein Ort zum Beten und Meditieren.
Menschen können dort auch wohnen.
Ich mochte die ruhige Stimmung dort.
Ich mochte auch das gemeinsame Essen.
Ich sprach gerne mit gläubigen Menschen aus verschiedenen Ländern.
Nach meiner Rückkehr nach Deutschland suchte ich eine christliche Gemeinschaft.
Ich suchte eine Gemeinschaft, die mir Halt geben konnte.
In einer Zeitschrift fand ich eine Anzeige.
Dort stand:
„Suchen Sie eine tiefe christliche Gottes-Erfahrung?“
Ich dachte:
Ja.
Ich rief dort an.
Danach wurde ich zu einem Gespräch nach Poppenbüttel eingeladen.
Uwe und seine Frau empfingen mich in ihrer Wohnung.
Die Wohnung lag in einem schönen Wohn-Viertel nahe der Alster.
Uwe und seine Frau waren ein älteres Ehe-Paar.
Sie wollten eine christliche Schule gründen.
Sie gehörten zu den Anhängern von Lorber.
Lorber war ein religiöser Lehrer.
Die Anhänger glaubten an besondere Schriften von Lorber.
Sie glaubten, dass Gott ihm diese Schriften durch den Heiligen Geist gegeben hatte.
Bei dem Treffen gab es Kaffee und Kuchen.
Die Menschen waren freundlich zu mir.
Ich fühlte mich dort wohl.
Ich besuchte Bibel-Stunden.
Ich besuchte Gottes-Dienste.
Ich nahm auch an anderen Treffen teil.
Wir kochten zusammen.
Wir gingen zusammen spazieren.
Wir hatten Spaß.
Wir führten gute Gespräche.
Die Menschen sagten uns:
Wir sind eine besondere Gruppe.
Wir haben eine besondere Aufgabe von Gott.
Andere Christen seien noch nicht so weit.
Nur besondere Menschen gehörten zu dieser Gruppe.
Ich fühlte mich dort wie in einer Familie.
Das tat mir gut.
Gleichzeitig störte mich die Einstellung von der Gruppe.
Ich empfand diese Einstellung als überheblich.
Ich empfand diese Einstellung auch als verurteilend.
Diese Einstellung passte nicht zu meiner Vorstellung von Nächsten-Liebe.
Uwe sagte:
Gott sagt mir, was wir tun sollen.
Ein junger Student gab wegen Uwe sein Medizin-Studium auf.
Eine Frau gab ihr zwei Jahre altes Kind weg.
Die Gruppe erklärte solche Entscheidungen mit dem Dienst für Gott.
Ich wurde immer skeptischer.
Die Gruppe wollte auch, dass ich mein geliebtes Pferd weggebe.
Die Gruppe wollte außerdem, dass ich kein Geld mehr für Projekte in Indien ausgebe.
Meine Freunde außerhalb der Gruppe machten sich Sorgen.
Sie sahen, wie wichtig die Gruppe für mich wurde.
Meine Freunde dachten:
Sie ist in eine Sekte geraten.
Gleichzeitig hatte ich Probleme mit meinem Studium.
Mein Abschluss-Examen stand bevor.
Ich musste sehr viel lernen.
Mein Bruder hatte seine zukünftige Frau kennengelernt.
Ich sollte aus unserer gemeinsamen Wohnung ausziehen.
Ich suchte eine neue Wohnung.
Ich fand keine passende Wohnung in Neugraben-Fischbek.
Meine Ängste wurden immer größer.
Ich fragte mich:
Wo soll ich wohnen?
Wie soll ich das Examen schaffen?
Was soll ich mit meinem Pferd machen?
Die Menschen aus der Gruppe gaben mir Halt.
Sie beteten mit mir.
Sie sprachen mit mir über meine Probleme.
Das gab mir immer wieder Hoffnung.
Eine Bekannte bot mir ein kleines Zimmer in ihrem Haus an.
Das Haus lag am anderen Ende von Hamburg.
Dort fühlte ich mich fremd.
Ich fühlte mich alleine.
Ich fühlte mich ohne Heimat.
Mein altes Zuhause war weg.
Meine alten Freunde waren weit weg.
Mein Pferd war nicht mehr bei mir.
Auch meine Weide und mein Stall waren weg.
Mein Garten war ebenfalls weg.
Ich konnte mich nicht mehr auf mein Studium konzentrieren.
Ich bekam wieder psychotische Zustände.
Ich kam in ein Krankenhaus.
Dort bekam ich Medikamente.
Später durfte ich das Krankenhaus wieder verlassen.
Ich hatte jeden Tag Zweifel.
Ich fragte mich:
Was ist richtig?
Was ist falsch?
Ich fragte mich:
Hat Gott mich zu dieser Gruppe geführt?
Oder wollte ich einfach eine Familie und eine Gemeinschaft haben?
Ich ging weiter zu den Treffen.
Die Gruppe veranstaltete auch Tauf-Gottes-Dienste für Erwachsene.
Uwe sagte:
Eine solche Taufe ist ein besonderer Segen.
Ich sollte an einer solchen Taufe teilnehmen.
Die Taufe fand in einer Bade-Wanne statt.
Das Badezimmer war schön.
Der Raum hatte einen blauen Teppich.
Der Raum roch gut.
Der Raum war warm und gemütlich.
Ich war aber sehr durcheinander.
Meine Gedanken kreisten um viele Dinge.
Dazu gehörten:
Ich konnte diese Gedanken nicht mehr ordnen.
Ich fragte mich:
Ist die Taufe richtig?
Ist die Taufe falsch?
Ist diese Gruppe eine Sekte?
Wo bin ich hier?
Ich wollte nicht getauft werden.
Die Menschen hielten mich fest.
Ich bekam große Angst.
Ich schrie.
Die Menschen glaubten, dass der Teufel in mir sei.
Sie legten mich in die Bade-Wanne.
Sie hielten meinen Kopf unter Wasser.
Ich wehrte mich.
Ich wollte aus der Bade-Wanne heraus.
Ich bekam keine Luft mehr.
Ich wurde bewusstlos.
Als ich wieder aufwachte, lag ich auf einem blauen Teppich.
Jemand sagte:
„Sie lebt noch.“
Danach wurde alles wieder dunkel.
Am nächsten Tag brachten die Menschen mich in eine Psychiatrie.
Später erzählte mir eine Freundin von einem Zeitungs-Bericht.
In dem Bericht ging es um einen Mord in der Gruppe.
Diesmal blieb ich sechs Wochen in der Psychiatrie.
Nach mehreren Versuchen fuhr ich zu meinen Eltern nach Bergisch Gladbach.
Ich zog bei meinen Eltern ein.
Mein Zieh-Vater starb kurze Zeit später.
Nach einigen Monaten wollte ich wieder neu anfangen.
Ich wollte wieder in Hamburg leben.
Ich wollte auch mein Studium fortsetzen.
Ich wohnte bei einem Bekannten zur Untermiete.
Meine Kraft wurde schnell weniger.
Ich war verzweifelt.
Ich dachte oft an den Tod.
Ich glaubte an ein Leben nach dem Tod.
Ich dachte:
Nach dem Tod kann ich neu anfangen.
Ich hielt mein Leben nicht mehr aus.
Ich nahm alle Tabletten, die ich noch hatte.
Dazu gehörten Schlaf-Tabletten und andere Medikamente.
Meine Muskeln wurden immer schwächer.
Ich konnte meine Beine kaum noch bewegen.
Ich fühlte mich immer stärker gelähmt.
Mein Denken blieb wach.
Ich dachte:
Mein Körper hört jetzt langsam auf zu leben.
Dieser Gedanke beruhigte mich.
Dann klingelte das Telefon.
Ich robbte zum Telefon.
Ich nahm den Hörer ab.
Meine Freundin merkte schnell, dass etwas nicht stimmte.
Meine Freundin rief den Not-Arzt.
Der Not-Arzt brachte mich in ein Krankenhaus.
Die Ärzte behandelten mich dort.
Einige Tage später kam meine Mutter.
Meine Mutter holte mich ab.
Wir fuhren nach Bergisch Gladbach.
In Bergisch Gladbach lernte ich das Sozial-Psychiatrische Zentrum kennen.
Die Abkürzung dafür lautet SPZ.
Dort fand ich Menschen, mit denen ich über meine psychischen Probleme sprechen konnte.
Das tat mir gut.
Wir kochten zusammen.
Wir malten zusammen.
Wir machten Ausflüge.
Ich begann eine Umschulung zur Industrie-Kauffrau.
Ich schloss mich wieder einer christlichen Gemeinde an.
Dort lernte ich meinen späteren Ehemann kennen.
Mein späterer Ehemann hatte auch schwierige Erfahrungen gemacht.
Er kannte das Gefühl von fehlendem Halt.
Er kannte auch das Gefühl, nicht zur Gesellschaft zu gehören.
Mein Leben bekam wieder eine feste Form.
Mein Mann hieß Wolfgang.
Die Umschulung gab mir neue Möglichkeiten.
Ich hatte wieder Erfolg.
Ich schrieb gute Noten.
Ich lernte nette Menschen kennen.
Die Zwischen-Prüfung in der Wirtschafts-Schule bestand ich mit sehr guten Noten.
Ich fühlte mich in der Schule sicher.
Die Lehrer nahmen mich freundlich auf.
Ich kannte die Lehrer.
Ich mochte die Lehrer.
Das half mir beim Lernen.
Die Prüfer von der Industrie- und Handels-Kammer machten mir Angst.
Die Abkürzung für Industrie- und Handels-Kammer lautet IHK.
Ich sah die Prüfer als Feinde.
Ich dachte:
Diese Menschen entscheiden über mein Leben.
Ich dachte:
Diese Menschen können mich durchfallen lassen.
Ich fühlte mich bei der Prüfung wie gelähmt.
Ich konnte kaum reagieren.
Trotzdem konnte ich die Fragen beantworten.
Ich bestand die Abschluss-Prüfung.
Ich hatte aber nur knapp bestanden.
Danach war ich Industrie-Kauffrau.
Ich suchte eine Arbeits-Stelle.
Ich bewarb mich bei verschiedenen Arbeitgebern.
Ein katholisches Senioren-Heim stellte mich ein.
Ich arbeitete dort in der Verwaltung.
Ich kümmerte mich um die Abrechnungen von den Bewohnern.
Die Arbeit war für mich sehr anstrengend.
Ich fand die Arbeit auch frustrierend.
Meine Chefin schien mit meiner Arbeit nicht zufrieden zu sein.
Ich empfand meine Chefin als kühl.
Ich fühlte mich von ihr abgelehnt.
Ich kam immer pünktlich zur Arbeit.
Das klappte gut.
Ich erledigte einfache Aufgaben zuverlässig.
Das Telefonieren fiel mir schwer.
Ich fühlte mich beim Telefonieren wie gelähmt.
Ich hörte die Worte von anderen Menschen.
Ich verstand aber oft den Sinn nicht.
Nach einigen Wochen wurde die Situation immer schlimmer.
Ich wurde krank.
Kurz danach verlor ich meine Arbeits-Stelle.
Ich dachte:
Ich habe versagt.
Ich dachte:
Ich bin psychisch krank.
Ich dachte:
Ich kann keine normale Arbeit machen.
Ich wurde depressiv.
Ich musste wieder in eine Psychiatrie.
Nach einiger Zeit ging es mir wieder besser.
Ich ging nach Hause.
Ich besuchte weiter das Sozial-Psychiatrische Zentrum.
Später wurde ich schwanger.
Das Leben bekam für mich wieder einen Sinn.
Wolfgang und ich heirateten.
Wir zogen in eine große Wohnung.
Meine Kinder Niko und Nadja wurden geboren.
Die Zeit mit den vielen Krankenhaus-Aufenthalten schien vorbei zu sein.
Auch die unkontrollierten Psychosen schienen vorbei zu sein.
Unsere Ehe hatte aber viele Probleme.
Wolfgang war arbeitslos.
Wir hatten wenig Geld.
Wir stritten deshalb oft.
Wolfgang verbrachte viel Zeit am Computer.
Wolfgang beschäftigte sich auch viel mit seiner Musik.
Ich fühlte mich mit den Problemen alleine.
Ich fühlte mich auch mit der Arbeit für die Familie alleine.
Ich bekam wieder Depressionen.
Ich hatte auch Schlaf-Störungen.
Ich hatte oft Angst.
Ich hatte Angst vor einer neuen Psychose.
Ich hatte Angst, dass ich dann nicht mehr normal leben kann.
Wolfgang zog aus unserer Wohnung aus.
Unsere Kinder waren damals noch klein.
Alleine konnte ich mein Leben besser organisieren.
Ich konnte meine Zeit selbst einteilen.
Ich konnte mein Geld selbst einteilen.
Ich machte eine Ausbildung in Seel-Sorge.
Dort lernte ich mehr über meine psychischen Probleme.
Ich lernte auch, mich selbst besser anzunehmen.
Zum ersten Mal verstand ich etwas Wichtiges.
Meine Krankheit hatte Ursachen.
Ich war nicht schuld an allem, was in meinem Leben schiefgelaufen war.
Nach ungefähr einem Jahr ohne Wolfgang begann ich eine neue Beziehung.
Mein neuer Partner hieß Manfred.
Manfred war ein allein erziehender Vater.
Manfred hatte vier Kinder.
Ich freute mich über einen gläubigen und verantwortungsvollen Partner.
Mit der Zeit wurde die Beziehung schwieriger.
Wir stritten oft wegen der Kinder.
Nach ungefähr drei Jahren endete die Beziehung.
Ich hatte mir eine glückliche Familie gewünscht.
Dieser Wunsch ging nicht in Erfüllung.
Das Ende von der Beziehung löste eine neue Krise aus.
Ich bekam wieder psychotische Zustände.
Ich musste wieder Medikamente nehmen.
In dieser Zeit gab mir meine Freundin Ute viel Halt.
Ute hatte eine Ausbildung in Psycho-Therapie.
Ich konnte mit Ute über meine Ängste sprechen.
Ich konnte mit Ute auch über meine Wut sprechen.
Ich konnte mit Ute über meine Trauer sprechen.
Ute hörte mir zu.
Ute bewertete mich nicht.
Ute nahm mich ernst.
Zum ersten Mal erzählte ich einem Menschen ausführlich von meinen schlimmen Erlebnissen.
Ute nahm sich viel Zeit für mich.
Ich fühlte mich bei Ute sicher.
Ich fühlte mich bei Ute geborgen.
Durch die Gespräche mit Ute konnte ich meine Vergangenheit besser verstehen.
Ich konnte viele Erlebnisse aufarbeiten.
Dazu gehörten:
Ich verstand immer besser:
Meine Wahn-Vorstellungen hatten Ursachen.
Meine Psychosen hatten Ursachen.
Auch meine Depressionen hatten Ursachen.
Diese Probleme kamen nicht einfach ohne Grund.
Ute und ihr Mann Ludger gründeten eine Arbeits-Vermittlungs-Firma.
Sie stellten mich dort ein.
So bekam ich eine Arbeits-Stelle auf dem allgemeinen Arbeits-Markt.
Ich merkte:
Ich kann noch etwas leisten.
Ich bekam wieder mehr Vertrauen in mich selbst.
Ich lernte etwas Wichtiges.
Menschen bei der Arbeit sind sehr wichtig.
Menschen können anderen Menschen Halt geben.
Nach zwei Jahren endete die finanzielle Unterstützung für meine Arbeits-Stelle.
Ich verließ deshalb die kleine Firma.
Die Firma hatte mir sehr geholfen.
Danach bewarb ich mich als Schul-Begleiterin.
Ich arbeitete an einer Förder-Schule für Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung.
Mein Arbeitgeber war die Diakonie Michaelshoven.
Ich arbeitete neun Jahre bei der Diakonie.
Zuerst arbeitete ich als pädagogische Ergänzungs-Kraft.
Ich arbeitete an verschiedenen Schulen.
Später arbeitete ich in einer Wohn-Gruppe.
Dort lebten Kinder und Jugendliche mit einer geistigen Behinderung.
Ich wollte auch mit Menschen arbeiten, die seelisch verletzt waren.
Deshalb machte ich eine Ausbildung zur Ex-In-Genesungs-Begleiterin.
Ex-In bedeutet:
Menschen mit eigenen Erfahrungen mit psychischen Krisen arbeiten in der psychiatrischen Versorgung.
Diese Menschen nutzen ihre eigenen Erfahrungen für ihre Arbeit.
Die Ausbildung hilft dabei, diese Erfahrungen zu verstehen.
Die Ausbildung hilft auch dabei, über diese Erfahrungen zu sprechen.
Die Ex-In-Ausbildung veränderte meine Sicht auf mich selbst.
Die Ausbildung veränderte auch meine Sicht auf psychische Erkrankungen.
Heute kann ich meine Lebens-Geschichte besser verstehen.
Meine Lebens-Geschichte fühlt sich für mich vollständig an.
Ich sehe eine positive Entwicklung.
Immer mehr Menschen interessieren sich für psychische Erkrankungen.
Ich hoffe:
Menschen mit psychischen Erkrankungen erleben in Zukunft weniger Ausgrenzung.
Nach meiner Ausbildung bekam ich eine Arbeits-Stelle bei dem Verein Die Kette.
Der Verein arbeitet in Bergisch Gladbach.
Zuerst arbeitete ich in einer Wohn-Gruppe.
Dort lebten Menschen mit psychischen Belastungen.
Heute arbeite ich als Genesungs-Begleiterin.
Ich arbeite in einer Kontakt- und Beratungs-Stelle.
Die Stelle gehört zum Sozial-Psychiatrischen Zentrum.
Ich habe aber weiterhin schwierige Zeiten.
Manchmal fühle ich mich plötzlich sehr verwirrt.
Manchmal kann ich mich dann nicht mehr konzentrieren.
Diese Zustände können mich sehr lähmen.
Spaziergänge helfen mir.
Ich treffe mich auch mit Menschen, denen ich vertraue.
Wir gehen zusammen wandern.
Wir spielen zusammen.
Wir erzählen miteinander.
Mein christlicher Glaube gibt mir ebenfalls Halt.
Mein Glaube gibt mir Hoffnung.
Ich freue mich über Menschen, die ihre Lebens-Geschichten teilen möchten.
Ich freue mich auch über Menschen, die ihre Glaubens-Geschichten teilen möchten.
Dafür gibt es unsere Gruppe „Gott und die Welt“.
Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen.